Über Zwerggriffons
 

Wenn ich mit meinen Hunden in und um Frankfurt am Main spazieren gehe, kommt es häufig zu folgendem Dialog – so oder ähnlich:
Fragender: „So eine Farbe habe ich bei einem Mops noch nie gesehen.“
Ich (lächelnd): „So einen werden Sie wahrscheinlich auch nie sehen.“
Fr: „Ja, aber da ist ein Mops mit drin…“
Ich: „Ja, vor über 100 Jahren.“
Fr: „Die sind reinrassig?“
Ich: „Das sind Petit Brabancon oder Brabanter Zwerggriffons!“
Fr: „Ich dachte, Griffons wären Affen…“
Ich: „Sie meinen Gibbons. Der Zwerggriffon ist eine Kleinhunderasse aus Belgien. Kennen Sie den Film ‚Besser geht’s nicht‘? Der Hund im Müllschlucker? Der Hund im Film ist rauhhaarig. Dies hier ist die Kurzhaarversion – und mit Rute, denn in Deutschland haben wir - Gottseidank – Kupierverbot…“

Tatsächlich steckt ja in den Mutmaßungen der interessiert Fragenden eine Menge Wahrheit über die Geschichte der Zwerggriffons! Tatsächlich wurde ehemals der Mops eingekreuzt, und tatsächlich hat ein Zwerggriffon eine „monkeyface-expression“, ein Gesicht, das an einen kleinen Affen erinnert…

To be continued...

 
   

FCI - Standard Nr. 80 / 21. 05. 2003 / D - BRÜSSELER GRIFFON
FCI - Standard Nr. 81 / 21. 05. 2003 / D -
BELGISCHER GRIFFON
FCI - Standard Nr. 82 / 21. 05. 2003 / D - BRABANTER GRIFFON

ÜBERSETZUNG : Elke Peper.

URSPRUNG : Belgien.

DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINAL-STANDARDS : 25.03.2003.

VERWENDUNG : Kleiner Wach- und Begleithund.

KLASSIFIKATION F.C.I. : Gruppe 9 Gesellschafts- und Begleithunde.

Sektion 3 Kleine belgische Hunderassen.

Ohne Arbeitsprüfung.

KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS: Alle drei Rassen (Griffon Bruxellois, Griffon Belge und Petit Brabançon) gehen auf einen kleinen rauhhaarigen Typ Hund zurück, der « Smousje » genannt wurde und der über Jahrhunderte im Raum Brüssel vorkam.

Im 19. Jahrhundert brachte die Einkreuzung von ruby-farbenen King Charles Spaniels und Möpsen das kurze schwarze Haar und führte zur Festigung des gegenwärtigen Rassetyps. Diese kleinen Hunde sind sehr aufmerksam und wurden dazu gezüchtet, die Kutschen zu bewachen und die Ställe von Raubzeug frei zu halten.

1883 wurden die ersten Brüsseler Griffons in das Zuchtbuch der Union Royale Cynologique Saint-Hubert (L.O.S.H.) eingetragen : Topsy (L.O.S.H. Nr. 163) und Foxine (L.O.S.H. Nr. 164). Die große Popularität, die sie schon bis 1900 errungen hatten, ebenso wie andere Rassen, verdankten sie dem königlichen Interesse, das ihnen von Königin Marie-Henriette von Belgien entgegengebracht wurde. Viele Exemplare wurden ins Ausland exportiert und trugen so zur Verbreitung und zur Popularität der Rasse bei.

ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD: Kleiner Begleithund; intelligent, ausgewogen, aufmerksam, stolz, robust, so gut wie quadratisch ; mit guter Knochenstärke, dabei aber elegant in Bewegung und Körperbau ; durch den fast menschlichen Gesichtsausdruck auffallend.

Die beiden Griffon-Varietäten sind rauhhaarig und unterscheiden sich durch ihre Farbe, während der Petit Brabançon kurzhaarig ist.

WICHTIGE PROPORTIONEN: Die Körperlänge, gemessen vom Buggelenk zum Sitzbeinhöcker, sollte so gut wie möglich der Widerristhöhe entsprechen.

VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN): Ausgeglichener kleiner Hund, aufmerksam, stolz, sehr an seinem Herrn hängend, sehr wachsam. Weder ängstlich noch aggressiv.

KOPF: Dies ist der am meisten charakteristische und der auffallendste Teil dieses Hundes. Der Kopf ist recht groß im Vergleich zum Körper und zeigt einen fast menschlichen Ausdruck. Bei den Griffons ist das Kopfhaar rauh, abstehend und zerzaust ; es ist über den Augen, an Fang, Backen und Kinn länger und bildet so den Haarschmuck am Kopf.

OBERKOPF: Breit und rund. Die Stirn ist gut gewölbt.

Stop: Sehr ausgeprägt.

GESICHTSSCHÄDEL:

Nase: Schwarz. Der Nasenschwamm befindet sich auf einer Höhe mit den Augen. Er ist breit mit weit geöffneten Nasenlöchern. Die Nasenspitze liegt so weit hinten, dass Kinn, Nase und Stirn sich, von der Seite gesehen, auf einer Höhe befinden

Fang: Das Vorgesicht ist mit der Nase sehr kurz. Es darf nicht länger als 1,5 cm sein. Beim Petit Brabançon erscheint das korrekte Vorgesicht wegen des fehlenden Haarbewuchses länger. Ein nicht aufgebogener Fang bewirkt einen schlechten Ausdruck, ebenso wie eine Nase, deren obere Begrenzungslinie unterhalb der unteren Augenlinie liegt – beides sind schwere Fehler.

Lefzen: Schwarz. Ober- und Unterlippe haben engen Kontakt und schließen straff. Die Oberlippe überlappt nicht lefzenartig die Unterlippe. Ist sie zu lose, stört dies den erwünschten Ausdruck.

Kiefer/Zähne: Der Unterkiefer ist aufgebogen, breit, nicht spitz und überragt den oberen; die Rasse hat einen Vorbiß. Die Schneidezähne in beiden Kiefern sollen regelmäßig und jeweils in gerader Linie angeordnet sein, vollkommen parallel zu einander. Der Fang muss fest schließen, wobei weder die Zähne noch die Zunge sichtbar sein dürfen. Die Breite und das Vorstehen des Kinns sind von größter Bedeutung. Es muss sorgfältig darauf geachtet werden, dass keine Schneidezähne fehlen.

Augen: Weit voneinander eingesetzt, groß und rund, niemals hervorquellend. Braun, so dunkel wie möglich. Die Lidränder sind schwarz, und vorzugsweise soll das Weiß der Augen nicht sichtbar sein. Kleine, ovale oder helle Augen sind ein Fehler.

Ohren: Klein, hoch mit genügend Abstand voneinander angesetzt. Unkupierte Ohren werden halb-aufrecht und nach vorn kippend getragen. Zu große oder an den Kopfseiten herabhängende Ohren sind unerwünscht. Kupierte Ohren sind spitz und stehen aufrecht. Kupierte und unkupierte Ohren sind gleichermaßen annehmbar.

HALS: Von mittlerer Länge ; mit harmonischem Übergang zu den Schultern.

KÖRPER: Die Körperlänge entspricht praktisch der Widerristhöhe. Der Gesamteindruck ist der eines kleinen, quadratischen, kräftigen Hundes.

Widerrist: Leicht erhöht.

Rücken: Gerade, kurz, kräftig.

Lenden: Kurz und muskulös, sehr leicht gewölbt.

Kruppe: Breit und flach oder nur sehr wenig abfallend.

Brust: Breit, gut bis zu den Ellenbogen hinabreichend. Das Brustbein ist gut ausgebildet, was eine im Profil leicht vorstehende Brust bewirkt. Die Rippen sind gut gewölbt, aber weder tonnenförmig noch zu flach.

Untere Profillinie: Der Bauch ist leicht aufgezogen, die Flanken sind klar abgegrenzt.

Rute: Hoch angesetzt, recht hoch getragen. Die kupierte Rute ist um 2/3 ihrer natürlichen Länge gekürzt. Die unkupierte Rute wird aufrecht mit zum Rücken gerichteter Spitze getragen, ohne diesen jemals zu berühren oder eingerollt zu sein. Eine von Natur aus kurze oder geknickte oder eingerollte Rute ist ein schwerer Fehler.

GLIEDMASSEN
Vorderhand:

Allgemeines: Die Vorderläufe sind parallel und von guter Knochenstärke, sie stehen genügend weit auseinander.

Schulter: Normale Schulterblattwinkelung.

Ellenbogen: Dicht am Körper.

Vorderfußwurzelgelenk: Kräftig.

Pfoten: Klein, rund, weder nach außen noch einwärts gestellt. Fest zusammen gefügte Zehen, zusammen gewachsene Zehen sind unerwünscht. Dicke Ballen, so dunkel wie möglich. Zehennägel vorzugsweise schwarz, so dunkel wie möglich.

Hinterhand:

Allgemeines : Hinterläufe von guter Knochenstärke, vollkommen parallel ; Winkelung zur Vorderhandwinkelung passend.

Knie: Genügend gewinkelt.

Sprunggelenke: Tief stehend, weder hackeneng noch fassbeinig.

Pfoten: Wie die Vorderpfoten. Afterkrallen müssen nicht vorhanden sein.

GANGWERK / BEWEGUNG: Die Läufe bewegen sich kraftvoll und parallel, mit gutem Schub aus der Hinterhand. Eine hohe tänzelnde Vorderhandbewegung und Passgang sind fehlerhaft.

HAARKLEID

HAAR:

Haarstruktur : Der Griffon Bruxellois und der Griffon Belge haben rauhes Haar mit Unterwolle. Das Haar ist von Natur aus harsch, leicht gewellt, nicht lockig, und wird getrimmt. Das Haar muss so lang sein, dass seine Struktur bewertet werden kann. Zu langes Haar stört die Silhouette und ist nicht erstrebenswert. Seidiges oder wolliges Haar ist ein schwerer Fehler. Der Petit Brabançon ist kurzhaarig. Sein Haar ist harsch, flach anliegend und glänzend, es ist höchstens 2 cm lang.

Kopfbehaarung: Bei den Griffons beginnt der Haarbehang (Kinn- und Schnurrbart) unter der Augen-Nasen-Linie und erstreckt sich von einem Ohr zum anderen, wobei Fang und Backen von dichtem Haar bedeckt sind, das länger ist als das restliche Körperhaar. Das Haar über den Augen muss länger sein als das übrige Haar auf dem Schädel und Augenbrauen bilden.

FARBE

Griffon Bruxellois: Rot, rötlich ; ein schwarzer Anflug ist am längeren Haarbehang des Kopfes erlaubt.

Griffon Belge: Schwarz, Schwarz mit Loh. Die lohfarbenen Abzeichen müssen rein und von einheitlicher satter Farbe sein. Diese erstreckt sich an den Vorderläufen von den Pfoten bis hin zum Vorderfußwurzelgelenk, an den Hinterläufen von den Pfoten bis zum Sprunggelenk und verläuft an den Innenseiten der Läufe nach oben. Sie findet sich auch an der Brust, auf den Wangen, am Kinn, über den Augen, an der Innenseite der Ohren, unter der Rute und um den After. Das Schwarz kann mit Rot-Braun vermischt sein, dies ist erlaubt, obwohl reines Schwarz und Schwarz mit Loh vorzuziehen sind.

Petit Brabançon: Es sind die gleichen Farben erlaubt wie bei den Griffons. Er hat eine schwarze Maske. Graue oder eisgraue Schattierungen in der Maske bei älteren Hunden sollten nicht betraft werden.

Bei allen drei Rassen werden einige wenige weiße Haare an der Brust geduldet, sind aber nicht erstrebenswert.

GEWICHT: Liegt zwischen 3,5 und 6 kg.

FEHLER: Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.

AUSSCHLIESSENDE FEHLER:

Aggressives oder übermäßig scheues Wesen.
Nasenschwamm depigmentiert oder von anderer Farbe als schwarz.
Permanent sichtbare Zunge bei geschlossenem Fang.
Schiefer Unterkiefer.
Über den Unterkiefer hinausragender Oberkiefer.
Jede andere Farbe als im Standard erwähnt, wie zum Beispiel Grau, Blau und Loh, Braun und Loh, Leberfarbe.
Weiße Flecken jeglicher Art.
Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.

N.B.: Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.